Steuerliche Betrachtung von Weihnachtsfeiern

Zum Ende des Jahres starten in vielen Betrieben die Planungen und Vorbereitungen für die Weihnachtszeit. Häufig werden in dieser Zeit auch Weihnachtsfeiern für die Mitarbeiter geplant, um einen gemeinsamen Abschluss zu finden.

Was Sie bei der Planung beachten sollten, um Ihre Feier steuerlich geltend machen zu können, erläutern wir nachfolgend.

Die Betriebsfeier muss ein eigenbetriebliches Interesse haben. Die Bedingungen für eine Betriebsfeier sind gegeben, wenn:

  • Alle Angestellten, inklusive der Mini-Jobber müssen eingeladen sein
  • Der Kontakt der Arbeitnehmer untereinander gefördert wird und somit zum Betriebsklima beiträgt
  • Es dürfen nicht mehr als zwei Veranstaltungen im Jahr durchgeführt werden

Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, so ist die Feier als steuerpflichtiger Lohn (geldwerter Vorteil) zu behandeln.

Findet eine Betriebsfeier im Zusammenhang mit einer kulturellen oder sportlichen Veranstaltung statt, kann diese nur dann steuerlich abgesetzt werden, wenn es vor oder nach der Veranstaltung ein geselliges „Beisammensein“ gibt, bspw. ein gemeinsames Essen.

Höchstgrenze von 110 € pro Arbeitnehmer

Betriebsfeiern bleiben lohnsteuerfrei, so lange sie nicht einen Betrag von 110 € pro Arbeitnehmer übersteigen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die 110 € nicht nur für die tatsächlich angefallenen Kosten pro Arbeitnehmer gelten, bspw. Essen und Getränke, sondern alle Kosten der Betriebsfeier beinhalten und der Bruttopreis (inkl. Umsatzsteuer) zu rechnen ist.

Dies heißt konkret, dass alle Kosten, die für die Feier anfallen hochzurechnen sind und dann durch die Anzahl der teilnehmenden Arbeitnehmer zu dividieren ist. Zu den Kosten gehören bspw.

  • Speisen, Getränke, Tabakwaren, Süßigkeiten
  • Eintrittskarten zu Veranstaltungen
  • Kosten für die Gestaltung, Raummiete, Musik, Darbietungen, etc,
  • Geschenke ohne bleibenden Wert, bspw. Weihnachtspäckchen
  • Fahrtkosten

Was ist zu tun, wenn der Freibetrag von 110 € überschritten wird?

Alle Aufwendungen bis 110 € sind lohnsteuerfrei. Sollte dieser Freibetrag überschritten werden, so ist der übersteigende Betrag individuell oder pauschal mit 25% zu versteuern. Im Regelfall sollte der Arbeitgeber sich für die pauschale Versteuerung entscheiden, sobald das Budget pro Kopf überstiegen wird.

Wie stellt sich die Situation dar, wenn eine 3. Betriebsfeier angesetzt wird?

Grundsätzlich können Unternehmen nur zwei Betriebsfeiern im Jahr ansetzen und auf den Freibetrag pro Mitarbeiter zurückgreifen. Sollte es dennoch mal eine weitere Feier geben, ist es interessant zu wissen, dass die günstigste Feier zur Besteuerung angewendet werden kann.